Montag Morgen Sechs Uhr Zehn ...
Alk habe ich wahrscheinlich keinen mehr im Blut, aber irgendwie sitzt mir unsere Butterfahrt zum Rochlitzer Porphyrtuff immer noch in den Gliedern. Alles in Allem war das 3. Ostpunkfestival ein idealer Zufluchtsort vor den Fähnchen-behangenen WM-Zombies in diesem Land. Die Kapellen waren vom Feinsten und die Sonne knallte auf’m Kopp und beschleunigte so die Wirkung des Alkohols.
Mit rund 50 Mann & Frau Gesox aus Brandenburg und seinen Kolonien, ging die Reise um 12 Uhr los.
Busfahrer Lothar, Angestellter des Busfahrunternehmens, war ganz bestimmt sehr begeistert eine Abwechslung von den sonstigen Fahrgästen zu haben. Aber Scheiß egal, da musste er durch. Die einzige Regel die es gab „Gekotzt wird draußen“. Bonats eigens für die Fahrt zusammengestellten Tapes fühlten sich im Autoradio des Busses nicht wohl und leierten mal mehr und mal weniger. Auch egal, dass erhöhte schließlich den Punkrockfaktor.
Bei den Piss-Attacken auf den Raststätten erfreuten wir natürlich viele andere Besucher mit unserem angenehmen Äußeren. Besonders die Rentnerreisegruppe war froh, dass sie keines ihrer Enkelkinder unter unseren Leuten entdeckten. Der berühmt, berüchtigte DJ Schimpagner und Keck, Bandkaspar und Sänger von Schmachwanderunk, bewiesen sich als die weltbesten Reiseführer. Mann, watt ham wir jelacht! Sehr informativ war die Geschichte mit den geodätischen Dingsda in Brück sowie Kecks Höhlentheorie der Sachsen. Busfahrer Lothar verzog mindestens einmal das Gesicht, ich nehme an es war ein Grinsen.
Angekommen ca. gegen 16 Uhr, integrierte sich der gemeine Mob unter den Gleichgesinnten von denen es am Abend ungefähr 900 werden sollten. Live war erstmal nüscht zu hören, obwohl die erste Band schon seit um 3 spielen sollte. Jaja, die scheiß Zeitverschiebung. Wegen der intensiven UV-Einstrahlung der Sonne und wahrscheinlich verdorbenen Bier gab es schon bald die ersten Verzauberten. Ein Brandenburger lief schon seit dem frühen Abend nackt rum bevor ihn die Schwerkraft der Erde zu Boden riss.
Irgendwann ging es dann aber auch los. Schlepphoden machten den Anfang und es folgten Skräck, IW 73 und die Küchenspione.
Da wir von allen Bands am längsten aufbleiben dürfen, wurde die Auftrittsreihenfolge schnell noch geändert. Uns wurde wieder mal die große Ehre zu teil, als Letztes zu spielen. Was waren wir „froh“.
Weiter ging es mit Müllstation. Steve Aktivs Stimme ging ganz schon unter, weil einige Leute die Bühne stürmten und mitgrölten was das Zeug hielt. Es folgte Kaltfront und dann spielte auch endlich Gleichlaufschwankung. Ich konnte als vermummter Statist mit auf die Bühne und mit Tanja Trash einen Alf zerfetzten. Ach ja, gebrannt hat das Vieh auch noch. Das war eine neue Erfahrung, die sicherlich mein Leben prägen wird. Sehr lustig war auch, dass ein paar Leute die vermummten Gestalten und deren „Waffen“ für echt hielten und etwas pöbelten. Alles klar, der Alf war auch in Wirklichkeit ein Kampfhund. Haben sich aber alle beruhigt und Gleichlaufschwankung zogen ihr Programm mit allen Knallersongs durch.
Irgendwie klappten mir komischerweise kurz vor unserem Auftritt die Augen zu, hmm?!! Jedenfalls gab es wohl Probleme mich wieder wach zu bekommen. Trotz der späten Zeit waren aber noch genügend Überlebende da, die mit uns noch ein geiles Konzert feierten. Ich weiß aber immer noch nicht warum wir „Akne Erna“ zweimal gespielt haben.
Busfahrer Lothar freute sich darauf seine Fracht endlich wieder loszuwerden und fuhr zügig Richtung Heimat.
Ein guter Bekannter nahm auf der Zugrückfahrt nach Berlin, im Schlaf, die „Abkürzung“ über Polen.
Die Konzert-Unfallstatistik hatte natürlich auch wieder was zu melden: Eine, beim Baden in der Mulde, versenkte Brille und ein Stück abgebissene Zunge.
So das war es von mir zu diesem Spektakel.
Grüße an alle Mitgereisten, Rochlitz-Robin, Gleichlaufschwankung, an die Starts, Maik, sowieso an die Achse des Bösen Torgau – Brandenburg, die Hallenser Freunde, Dr. K. & H, Einhorn usw. .
Johnson
|