Out Of Order - Festival / Medewitz

Weiß jemand, wo Medewitz liegt? Nee? Ich ja, seit letztem Freitag. Irgendwo tief im Fläming, hinter den sieben Kuhweiden inmitten von Urwäldern liegt ein kleines Nest, welches sich mit einem alljährlichen Musikspektakel das Tor zur Welt öffnet. Das "Out Of Order" Festival. Das hört sich jetzt zwar ein wenig schwülstig an, aber Mann ey, daß war eine geile Veranstaltung und so ging das los:
16 Uhr Hektik in Brandenburg, weil wir nach Wunsch des Veranstalters vor 18 Uhr dort sein möchten, da sonst kein Auto mehr auf das Gelände kommt. Gewitter hängt in der Luft, es ist schwül wie Hubbatz und die Suppe läuft mir den Arsch runter.Kommentar meiner lieben Freundin: "Tauwetter für Dicke". Vielen Dank, das ist doch noch wahre Liebe.
Natürlich kommen wir pünktlich an, aber außer uns ist keine andere Band zu sehen. Ein riesiger Dorf- Fußballplatz, mitten drauf eine Rockstarbühne mit allem Schnickschnack und 10 Technikern. Der Erste, der sich gleich 5-mal vorstellte hieß: "Nichaufdasmulticorefahrn" und machte keinen sehr entspannten Eindruck.
Ansonsten aber: Nüscht los. Es grillt keine Wurst und es schäumt auch kein Bier. Was machen wir eigentlich hier? Egal. Das Einzige, was auf einmal läuft, sind 100 Millionen Kubikmeter Regenwasser. Das Areal füllte sich langsam. Nur leider mit Wasser. Aber alles wird gut. Der Regen hört auf und ein Gast nachdem anderen trudelt langsam ein. Ob die Fraktion Teenies, von denen einige schon ziemlich stramm sind, den ganzen Abend überleben, ist fraglich. Auch wir lassen uns das Breznák-Pils vom Fass schmecken und es wird langsam gemütlich.
Unser bester Freund des Abends heißt Matze und der steht bei Peter Lustigs Backstage-Baucontainer am Zapfhahn und zapft gut und viel. Zwischenzeitlich ist dann auch der ganze Pulk um und mit Schmachwanderunk eingetroffen. Die spielen hier wohl zum 52. Male und werden gefeiert wie Frank Schöbel beim Kessel Buntes. Obwohl DJ Schimpagner in autistischer Manier alle paar Minuten seine Sternburg-Vorräte nachzählte, gelingt es uns doch noch ein paar Flaschen zu entwenden. Keck rückte seine Vorräte unter Androhung von Prügel freiwillig raus. Leider spielen Schmachwanderunk einen Tag später, wo wir einen Auftritt in Erkner haben. Jedenfalls wird es auch immer besser und lustiger. Inzwischen ist auch die 3. Kapelle auf der Bühne, SICKWARD aus Cammer spielten ein fettes Brett Hardcore. Nicht so den schnellen Stil, aber Hauptsache "Moshen muss dit". Gitarist Micha war übrigens schon zweimal (zusammen mit Herrn Rennmann) Ordnungshüter bei unseren Konzerten. Also Kinder: Bewerbt euch als Roadie oder als Begleitdame bei uns und aus euch kann was werden.
Als letzte Band vor uns spielte FAD aus Belzig, hörte sich ein bisschen nach deutschen 80er Jahre Einfluss an, nicht schlecht aber noch ein bisschen steif. Vielleicht wird es ja noch.
Zum Schluss, wie immer, gingen wir auf die Bühne und erlebten ein wirklich starkes Publikum. Ob mit Iro oder ohne, fast alle die noch stehen konnten und über 1,6 Promille hatten befanden sich im Pogo-Rausch. Unser bester Freund Matze kam alle paar Minuten auf die Bühne und versorgte uns mit Frischbier, wie gesagt, er war der Held des Abends. Nach der zwölften Zugabe und 5 ¼ Stunden Spielzeit, ließen wir uns die weißen Bademäntel bringen und verließen die Bühne. Weil es inzwischen auch wieder regnete verkrochen wir uns nach dem Auftritt in Peter Lustigs Baucontainer und führten schwerwiegende musikalische Diskussionen über Zwölftonmusik mit Schmachwanderunk. Bonat versuchte schon den ganzen Abend für uns eine Besichtigungsfahrt zu holländischen Käsereien zu organisieren, hat aber irgendwie nicht geklappt (Das ist ein Insider!). Steffen und Nico haben dann per GPS-Kompass, Radar und Wünschelrute den Weg nach hause gefunden und alle abgeliefert. Super Abend, Dank an Alle!!!

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